Zwischen Tag und Nacht 1
Nicht die Nacht hatte dem Tag meine Worte gestohlen. Kein Wind entführte die Lieder in ein anderes Land.
In der blauen Stunde zwischen Tag und Nacht öffnete sich ein Spalt, wie ein Trichter. Sie schlitterten hinein, die Töne und Klänge, als sei eine Rutschpartie angesagt.
Es ging schnell. Kaum schmeckte ich den Beerengeschmack der Worte im Mund, schon sprudelten sie perlend über die Lippen in den dunklen Trichter hinein.
Lautlosigkeit und das Verstummen der Zeit ließen mich erstarren.
In dieser Bewegungslosigkeit war mir, als sei ich ein Baum im Winterwald. Der Gedanke daran, wo die Sprache geblieben war, verflüchtigte sich über Wurzeln und Zweige und mischte sich mit dem Atem der Zeit.
Da blieb Fühlen nur und Spüren – einzig.

Schön, wie die Grenzen von Traum und Anderswelt ineinander verschwimmen!
Liebe Grüße
Helmut Maier